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Page ↔ Plan

Laure Catugier

11. September – 10. Oktober, 2026
Vernissage⎢Fri. 11. September 11, 18 - 21 Uhr 
Finissage⎢Sat. 10. Oktober, 17 Uhr, Artist Talk mit Anna-Lena Wenzel und Laure Catugier

Mi. + Do. + Fr. 11 - 18 Uhr / Sa. 11 - 16 Uhr

einBuch.haus / Lindenstr. 91, 10969 Berlin

einBuch.haus freut sich, die Künstlerbücher von Laure Catugier zu präsentieren und damit ihre Auseinandersetzung mit dem Medium Buch nachzuzeichnen – von ihrer ersten Monografie und ihrem Buchobjekt Architecture is Frozen Music (2022) bis zu ihren jüngsten Projekten. Catugier, die Architektur und bildende Kunst studiert hat, begreift das Buch nicht als Behältnis für Bilder, sondern als Struktur, die gebaut, betreten und neu geordnet werden kann. Ihre langjährige Beschäftigung mit der Architektur der Moderne setzt sich ganz natürlich in der Struktur des Buches selbst fort: Linie, Fläche, Volumen und Perspektive bewegen sich frei zwischen dem architektonischen Bild und der Seite. Dieser Ansatz orientiert sich stark an Oskar Hansens Theorie der „Open Form", die Architecture is Frozen Music als Leitprinzip zugrunde liegt und die einen festgelegten Anfang, ein Ende oder eine Leserichtung ablehnt, sodass jede:r Leser:in einen eigenen Weg durch das Werk findet.

Page ↔ Plan vereint Catugiers Buchprojekte, die im Rahmen von Residenzen in Rumänien (Sounds Like a Book, Sõna), Frankreich (Cité Internationale des Arts, Paris) und Taiwan entstanden sind, sowie ihre Open-Call-Beiträge für AMBruno, Rhythmn (2023) und Final (2025). Aus diesem Anlass präsentiert einBuch.haus vier neue Buchprojekte: A Never-Ending Stone, STOIC, SPLIT und Autodafé. Jedes davon erweitert Catugiers Auseinandersetzung mit dem Buch als Architektur. STOIC, gemeinsam mit der Künstlerin Sujin Moon während einer Residenz im Pier2 Art Center in Kaohsiung entstanden, verbindet Fotografien der Nachkriegsarchitektur der Stadt allein durch Schneiden und Falten, ohne Leim oder Faden; A Never-Ending Stone entlehnt seinen Titel einer Betonbeschreibung aus dem 19. Jahrhundert und entfaltet sich als Dos-à-dos-Struktur ohne festgelegte Vorder- oder Rückseite.

Neben den Buchprojekten zeigt die Ausstellung erstmals Blueprints (2026), eine Serie von Druckarbeiten, die Catugier während ihrer Residenz im Texture Printmaking Lab in Tainan geschaffen hat – entstanden im Dialog mit der Architektur und politischen Geschichte der Stadt. Gemeinsam zeigen diese Arbeiten das Buch als einen Ort, an dem Bilder Volumen gewinnen, Seiten zu Struktur werden und Lesen zu einem Akt physischer Navigation wird


Künstlerin
Laure Catugier

Geboren 1982 in Toulouse, Frankreich. Lebt und arbeitet in Berlin. Absolventin der Architekturfakultät von Toulouse, der École des Beaux-Arts de Toulouse und der Royal Art institute of Stockholm (Decolonizing Architecture Advanced Studies Department).

Laure Catugiers künstlerische Praxis gründet auf den Beziehungen zwischen Kunst und Architektur und äußert sich in Form von Künstlerbüchern und ortsspezifischen Installationen. Sie beschäftigt sich insbesondere mit der Nachkriegsarchitektur und konzentriert sich dabei auf die weltweit allgegenwärtige Verwendung von Beton, die zu einer Standardisierung von Formen, Normen und Nutzungsweisen beiträgt. Damit hinterfragt sie die geltenden gesellschaftlichen Normen, in denen eine patriarchalische und kolonialistische Weltanschauung vorherrscht.

Seit 2015 erhielt sie mehrere Residenzstipendien in Deutschland, Österreich, Japan, Russland, im Iran, in der Tschechischen Republik, in Ägypten, Estland, Bolivien, Frankreich, Rumänien und Taiwan. Sie ist Preisträgerin des International Celeste Prize (2016) und des Herzog-August-Bibliothek-Künstlerbuchpreises (2026). Sie wurde für den ADAGP Revelation Book Prize (2022), den internationalen Allegro Prize (2022) sowie den Bob Calle Prize in Paris (2025) nominiert und erhielt zudem Publikationsstipendien, unter anderem von der KAI10 Arthena Foundation, vom Berliner Senat (2025) sowie vom KUNSTFONDS Publikation (2026). Außerdem war sie Stipendiatin des Goldrausch Künstlerinnenprojekts Berlin (2017), des Pilecki-Instituts in Warschau (2019), der Stiftung Kunstfonds Bonn (Arbeit, 2020) sowie des Berliner Senats (Recherche, 2025). In Vorbereitung ist ein bevorstehendes 1%-Kunstprojekt in Toulouse (2028).

Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt: Öffentliche Bibliothek Tainan und TNAM (Taiwan), The Reference und Total Museum (Seoul), Liebling Haus – White City Center (Tel Aviv), In Sonora Festival (Madrid), Artum Foundation (Warschau), Laznia Contemporary Art Museum (Danzig, PL), Centraltrack Gallery (Dallas, US), in Berlin im ZKU, in der Galerie Weisser Elefant, im Deutsch-Japanischen Kulturzentrum und im Koreanischen Kulturzentrum; im Stadtmuseum und im Institut Français in Düsseldorf; in der Kunstverein Ludwigshafen; bei „Jeune Création“ in der Galerie Thaddaeus Ropac und bei Voltaire Mécénat Emerige in Paris; im OXO Tower (London) sowie auf der Arte Fiera Bologna.

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