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Artists' book

99 Notationsgrafiken

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Die visuelle Gestalt der hier gezeigten Notationsgrafiken entspringt immer einer musikalischen Idee.
Die aufzuzeichnenden klanglichen wie formalen Verhältnisse werden dabei in eine grafische Form gebracht, die ihrerseits – wie eine Schrift gelesen – wieder zu musikalischen Ereignissen führt.

Der Anspruch an diese Notationen besteht darin, dass sie sowohl den musikalischen Faktor Zeit wie auch jenen der Variabilität in ihrem geometrischen Erscheinungsbild fassen können.

Der musikalische Gestus drückt sich hier nicht in einem spontan gesetzten visuellen Gestus aus (wie er sich oft in der sogenannten »Musikalischen Grafik« findet) sondern die geometrischen Elemente dieser Notationsgrafiken fungieren vielmehr wie Schriftzeichen als Träger bestimmter Bedeutungen. Gleichzeitig sind sie Variablen, die unterschiedlich gedeutet werden können. So
müssen die Notationsgrafiken nicht notwendigerweise zu klanglichen Ereignissen führen, sondern sie können auch als Vorlage für eine Choreografie oder eine filmische Umsetzung dienen.
Die in den Notationsgrafiken festgeschriebene Zeit entfaltet sich dann durch die variablen Lese- und Betrachtungsweisen: Die Notationen können zeilenweise, spaltenweise, von links nach rechts, von oben nach unten oder umgekehrt gelesen werden; darüber hinaus können sie gedreht werden und indem so z.B. eine Senkrechte zu einer Waagrechten wird, verändert sich auch die Bedeutung eben dieser Linie.

Durch die Möglichkeit eines solchen Perspektivenwechsels ist der klangliche wie auch zeitliche Faktor der Musik in der jeweiligen Notationsgrafik gespeichert.

Es wird hier keine Standardisierung einer Notation forciert, sondern der Versuch, für jede musikalische Idee eine adäquate Schrift zu entwickeln.

Die daraus entstehende Schriftenvielfalt wird in den »99 Notationsgrafiken« augenfällig. Gleichzeitig wird durch die einem musikalischen Pragmatismus geschuldete Reduktion des grafischen Vokabulars, sowie durch ein ständig präsentes kombinatorisches Verfahren, eine spezifische Ästhetik sichtbar. In ihr zeigt sich der modulare Charakter der einzelnen Notationsgrafiken: Obwohl jede für sich genommen eine Komposition darstellt, können sie unterschiedlich kombiniert auch in weiteren Kompositionen zusammengeführt werden.


99 Notationsgrafiken
99 Originalzeichnungen für die Zeitschrift »ZEICHTUNG« 4.  Jahrgang, 2026, II, Nr. 12
Christoph Herndler
edition EIS, 2026

140 x 340mm, 28 S. und Einlageblatt
Fadenheftung, Soft Cover
Auflage 25 

Box: 348 x 147 x 12 mm, Graupappe

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