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Library of Artistic Print on Demand

Annette Gilbert & Andreas Bülhoff

30. Januar – 21. Februar 2026

Vernissage/ Fr. 30. Jan. 18 - 21 Uhr

Zur Vernissage wird Andreas Bülhoff eine Einführung in die Ausstellung geben und den kürzlich erschienenen Katalog vorstellen.

Mi. + Do. + Fr. 11 - 18 Uhr / Sa. 11 - 16 Uhr

einBuch.haus / Lindenstr. 91, 10969 Berlin *Neue Adresse*

Print-on-Demand hat die Buchwelt revolutioniert. Als analog-digitale Hybride sind PoD-Bücher der Inbegriff des postdigitalen Zeitalters. Digitaldruck und niedrigschwellige Online-Plattformen wie Blurb, Lulu oder Kindle Direct Publishing erlauben es potenziell jedem, ohne finanzielles Investment und Risiko sofort und weltweit zu publizieren. Das eröffnet Freiräume jenseits des klassischen Buchmarkts und führt zu einer Demokratisierung der Produktion. Zugleich ist dieser neue Aktionsradius fundamental abhängig von den Vorgaben und Interessen der Plattformen. In diesem Spannungsverhältnis ist eine ganze Subkultur entstanden, die das Medium Buch noch einmal auf mögliche Inhalte, Ästhetiken, Materialitäten, Ökonomien und Öffentlichkeiten erprobt und zugleich unsere digitale Gegenwart kritisch reflektiert und verhandelt.

Die Library of Artistic Print on Demand kartiert erstmals dieses Experimentierfeld in seiner globalen Verbreitung, historischen Tiefe und politischen Relevanz. Es besteht aus einer Sammlung von mehr als 244 herausragenden Werken, die von der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt werden, einem durchsuchbaren Online-Archiv und einem umfangreichen Katalog mit Beiträgen von führenden Praktikern und Wissenschaftlern auf diesem Gebiet, der von Spector Books herausgegeben wird.

einBuch.haus zeigt eine entsprechende Auswahl aus der Library of Artistic Print on Demand: Bücher als Medium zur Beobachtung und Nutzung des technologischen Wandels, Bücher als Meme, Bücher, die ehemals unmögliche Konzepte materialisieren, Bücher, die durch Outsourcing oder Algorithmen entstanden sind, Bücher als Hacks oder Container für ephemeren digitalen Kulturen, Bücher, die sich mit unserer Erschöpfung angesichts eines allumfassenden Plattformkapitalismus auseinandersetzen.


Annette Gilbert forscht zu experimentellen Schreibformen, Künstlerbüchern und Konzeptkunst. Andreas Bülhoff arbeitet künstlerisch und wissenschaftlich an der Schnittstelle von Text und Technologie

Self-Shelf: private (Künstler-)Buchsammlungen öffentlich gemacht

Library of Artistic Print on Demandist Teil der laufenden Ausstellungsreihe Self-Shelf: private (Künstler- )Buchsammlungen öffentlich gemacht. Viele Menschen haben ihre eigenen Kriterien für das Sammeln von Büchern – insbesondere Künstler*innen, Kurator*innen und Designer*innen aus der Künstlerbuchszene. Self-Shelf ist ein langfristiges, unregelmäßiges, aber kontinuierliches kuratorisches Programm, das private Buchsammlungen unter wechselnden thematischen Gesichtspunkten erforscht. Die Themen werden im Laufe der Zeit erweitert und können Bücher als kuratierte Archive, Bücher über Bücher, Bucheinbände aus Holz, kreative Buchrücken, Kunstwerke im Zeitungsformat, leere Bücher und mehr umfassen. Jedes Thema eröffnet eine neue Art, über Bücher nachzudenken – nicht nur als Träger von Wissen, sondern als konzeptionelle, materielle und künstlerische Objekte.

Um diese privaten Bücherregale zu präsentieren, realisiert einBuch.haus künstlerische Installationen von temporären Bibliotheken, die auf das jeweilige Thema ausgerichtet sind. Dieser Ansatz ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit den einzelnen Sammlungen und bietet Einblicke in die Funktion des Buches als Bedeutungsträger und Kunstwerk in seinem jeweiligen thematischen Kontext.

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